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Monat: Dezember 2019

Lefkas 2019 – Segeltörn im Ionischen Meer

Lefkas 2019 – Segeltörn im Ionischen Meer

Lefkas / Levkada – Vasiliki / Levkada –  Fiskardo / Kefalonia – Ormos Frikes / Ithaka – Efimia / Kefalonia – Syvota / Levkada – Ankerbucht Porto Leone / Kalamos – Porto Spilia / Meganisi –  Ormos Desimi / Levkada – One House Bay / Atokos – Ormos Frikes / Ithaka – Vasiliki / Levkada – Ormos Rouda / Levkada – Syvota / Levkada –  Lefkas / Levkada

245 sm

Segelzeit
2 Wochen
Samstag 13. Juli – Samstag 27. Juli 2019

Segelyacht
Bavaria 42 Cruiser Baujahr 2016

Crew
Werner und Ursula Skipper,  2 Erwachsene und 3 Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren

Allgemeines

Unser Segeltörn führt uns und viele andere Segler mitten ins Herz der Ionischen Inseln. In der Hauptferienzeit sind die Häfen voll, es empfiehlt sich zu reservieren. Die geeigneten Ankerplätze sind meist schon am frühen Nachmittag besetzt. Die Inseln Levkada, Ithaka und Kefalonia bilden das Zentrum des Ionischen Meers. Sie verlaufen parallel zur westgriechischen Festlandküste. Türkisblaues Wasser, spektakuläre Steilküsten, wunderschöne Ankerbuchten, grüne Landschaft, pastellfarbene Häuser, sehr freundliche Menschen – ein Revier, wie es sich jeder Segler wünscht. Es ist ein gut erschlossenes Leichtwindgebiet, einfach zu befahren und somit geeignet für Familientörns und Segelnovizen. Die Segelbedingungen sind günstig, trotzdem muss man auch hier auf stürmisches Wetter mit Regen und Gewitter vorbereitet sein. Die Winddüsen zwischen Kefalonia und Ithaka, Kalamos Nord- und Westseite sind zu beachten. Die Segelsaison beginnt im April und endet im Oktober. Ab Mai ist das Wetter sehr beständig mit Windstärke 2-5 Bft. Normalerweise segelt man gemächlich mit der Mittagsbrise, ideale Thermik am Nachmittag, nachts schläft der Wind meist ein. Dass es auch anders sein kann, hat uns dieser Törn gezeigt. Regen, Gewitter und Sturm haben wir erlebt. Im Frühjahr und Herbst sind die Winde anspruchsvoll mit starken Böen.

Hilfreich sind die Revierbeschreibungen im Greek Waters Pilot und Hafenguide Griechenland 1

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

1. Tag 13.7.2019 Ankunft
Mit dem Taxi vom Flughafen über die Schwimmbrücke. Sie wird zu jeder vollen Stunde für die Schifffahrt geöffnet. Erster Blick auf den Lefkas-Kanal, der die Insel vom Festland trennt. Übernahme der Yacht.
Direkt bei der Marina gibt es samstags einen kleinen Markt. Wir bunkern Obst, Gemüse, Oliven, Schafskäse und Olivenöl vom Feinsten bis die Schapps überlaufen. Zum Abendessen gehen wir, am Metall-Uhrenturm der Kapelle Agios Nicolaus vorbei,
in die Altstadt. Nach dem großen Erdbeben 1953 haben sich die Bürger der Stadt aus Sicherheitsgründen für diese Leichtbauweise entschieden.

2. Tag Lefkas / Lefkas – Vasiliki / Lefkas 42 sm
Leinen los! Wir motoren durch den Lefkas-Kanal.
Der schmale Kanal, der von Sandbänken gesäumt wird, ist gut betonnt. Tücher hoch! Mit 15 kn Wind segeln wir raumschots zu unserem ersten Ziel an der Nordküste der Insel Meganisi nach Porto Spilia 38°39,8’N 020°45,7’E. Bei der Ansteuerung der Bucht Spilia, und auch von Vathi, ist unbedingt der gefährliche, nicht sichtbare Unterwasser-Fels Cheiromyti, südöstlich von Skorpios zu meiden. Schon von der Ferne sieht man den hoch oben gelegenen malerischen Ort Spartochorion auf Meganisi . Der Mariniero hat keinen sicheren Anlegeplatz mehr, denn er erwartet sehr viel Wimd. Er verweist uns nach Vathi 38°39,8N020°47’E. Dort sei es sicher und es gäbe viel Platz. Leider ist der Hafen voll! Die Windanzeige ist nun konstant bei 20 kn. Weiter gen Osten hat keinen Sinn, da die Ankerplätze bei diesen Windverhältnissen nicht sicher sind. Zurück gen Westen zur Bucht von Ormos Desimi südlich von Nitri. Die 5m Linie ist schon belegt. Der steilabfallende Grund ist uns bei einer Wassertiefe von 15 – 20 m und 25 kn Wind zu unsicher. Weitersuche nun unter Motor bei 3o kn Wind gegen an. Neptunstaufe, Wasser kommt über. Wir brausen zum tiefeingeschnittenen, bei allen Winden sicheren  Naturhafen von Syvota 38°37,3’N020°41’E. Voll!  Ankerversuch wegen Wassertiefe und Wind abgebrochen. Bei 35 kn Wind Böen 42 steuern wir klatschnass die letzte Möglichkeit Vasiliki  38°37,6N020°36,3’E an.
Am vorletzten Anlegeplatz machen wir mit heftigem Seitenwind mit Buganker an der Anlegestelle vom Mira Mare Restaurant fest. Sehr hilfreiche Restaurantleute! Spring liegt, der Sturm kann kommen. (Reservierungen: Mira Mare Restaurant Tel. 0030 264 503 1908 sehr hilfsbereit mit sehr guter Küche! oder Anlegestelle Yacht-Café Tel. 0030 697 445 8024). Wir sind wieder zurück auf der Insel Levkada. Aufgrund der starken thermischen Winde herrschen hier ideale Bedingungen für Wind- und Kitesurfer.

3. Tag Vasiliki/ Levkada – Fiskardo / Kefalonia 14 sm
Um einen Anlegeplatz im so gerühmten „Aaaah Fiskardo“ 38°27,5N020°34,8’E im Norden der Insel Kefalonia zu bekommen, heißt es nach einer stürmischen Nacht am frühen Morgen Anker auf, denn wir wollen einen Anlegeplatz ergattern, sobald eine Yacht den Hafen von Fiskardo verlässt. Das Frühstück wollen wir unter Fahrt einnehmen, da sich der Wind beruhigt hat. Wir planen, Neptun und Aiolos lachen! Sie schicken uns Querabwellen, die unsere „Sake“ ordentlich durchbewegen. Wir steuern den südlichen Teil des Hafens an, denn im nördlichen Teil reißt der Anker bei viel Südwestwind, aufgrund der Düse zwischen Ithaka und Kefalonia, leicht aus.
Eine Minilücke wird unmittelbar vor den Restaurants frei. Wir machen mit Buganker an der Kaimauer fest. Der Anker hält gut in Seegras und Sand. Wir sind face to face mit den Barbesuchern.
Unsere Passarella stößt fast an die Bestuhlung. Die Fähre spuckt Horden von Passagieren aus, die alle an unserer Yacht vorbeiziehen und Aaaah Fiskardo besuchen wollen. Ooooh Fiskardo, wir freuen uns auf die nächste ruhige Bucht. Spätankommer können auf den Fährplatz hoffen, den man von 19:00-10:30 belegen darf.

4. Tag Fiskardo / Kefalonia – Ormos Frikes / Ithaka  12 sm
Mühelos hieven wir unseren Anker. Da Regen angesagt ist versuchen wir auf Ithaka in Kioni 38°26,9’N020°41,4’E anzulegen.
Voll – weiter  nach Frikes 38°37,3N020°41,03’E. Alle Anlegeplätze sind belegt. Weitersuche in der großen Bucht von Ormos Frikes bis wir in der südlichsten, kleinen Bucht von Mavraounas bei dem Kirchlein Agios Nikolaos am Anker schwoien. Ein ruhiges Plätzchen, das wir nach Fiskardo zu schätzen wissen. Da sich eine andere Yacht dicht neben uns legt, müssen wir Landleinen legen. Nach dem Gewitter wird der Anker abgetaucht.
Unsere Service-Batterie blinkt, Kühlschrank aus! Nun können wir unsere Elektronics nicht mehr laden, die wir für die Wetterdaten benötigen.

5. Tag Ormos Frikes / Ithaka – Efimia / Kefalonia 21 sm
Frühmorgens schlägt die Haupt-Batterie mit einem ohrenbetäubenden Ton  Alarm. Beide Batterien nähern sich dem Ende. Motor an! Schnell die Landleinen einholen und den Anker hieven. Wir brauchen Strom! Leider laden die Batterien nicht! Ein Anruf bei der Basis ändert unsere Törnidee nach Süden bis Zakynthos zu laufen. Wir müssen nach Efimia 38°18,2’N020°36’E.
Dort soll ein Techniker das Problem lösen. Wir laufen nach Efimia ein. Hinter einer hohen Hafenmauer möchten wir an der Mole festmachen. Es wird empfohlen aufgrund der Fallböen die von Land quer von Westen durch den Hafen wehen genug Kette zu stecken und den Anker gut in Sand und Seegras einzufahren. Genau bei diesem Manöver rauscht die Ankerkette aus! Kette wieder eingelegt und die Nuss festgezogen. Ankermanöver gelingt. Es gibt Strom und Wasser, doch keinen Techniker! Baden an der steinigen Badebucht. Als das Hähnchen im Backofen fertig ist kommt auch ein Elektriker, der sich leider erfolglos um das Ladeproblem kümmert. Ansage der Basis: zurück nach Syvota.

6. Tag Efimia / Kefalonia – Syvota / Levkada 14 sm
Zurück zur Insel Lefkas – unserem Ausgangspunkt. Unter Motor gegenan durch den Kanal zwischen Kefalonia und Ithaka zur Mittagsbucht. Nach Bade- und Mittagessenstopp bis zur Nordspitze des Kanals.  Dann mit Halbwind bis kurz vor die Anlegestelle von Stavros  38°37,2’N020°41,3’E in Syvota gesegelt.
Welch ein Spaß! Bei Stavros  Tel. 0030 2645 031181 bekommen wir supernette Anlegehilfe. Während wir sehr lecker essen wird unsere Yacht von 2 Mechanikern repariert.

7. Tag Syvota / Levkada – Ankerbucht Porto Leone / Kalamos  25 sm
Nach dem Frühstück finden wir im Städtchen sehr gute Einkaufsmöglichkeiten.

Dann steuern die kleinen Matrosen unter Motor gen Osten. Raumschots 18 sm bis zur schönen Ankerbucht von Porto Leone. 38°35,8’N020°53,1’E, südöstlich der Hauptstadt Kalamos. Auch hier war 1953 die Erdbebenzerstörung so gewaltig, dass Brunnen Risse bekamen und Meerwasser einsickerte. Aufgrund der fehlenden Lebensgrundlage verließen Bauern und Fischer die Region. Nur die gelbe Kirche wird in der Ruinenstadt liebevoll gepflegt.
Wir ankern südlich des zerstörten Dorfes im matschigen Grund. Da Wind aufkommt, legen wir mit dem Dinghi 2 Landleinen an den Fels, der von vielen Seeigeln und Hundertfüßlern bewohnt wird. Eine ideale Bucht zum Schwimmen und Dinghifahren.

8. Tag Ankerbucht Porto Leone / Kalamos – Porto Spilia / Meganisi  15 sm
Wir segeln 2 1/2 Stunden mit einem Amwindkurs an die Nordküste der Insel Meganisi.
Unser Tagesziel ist der reservierte Restaurantsteg in Porto Spilia 38°39,8’N020°45,7’E. Schon von Ferne leuchtet der hoch oben am Berg liegende weiße Ort Spartochorion. Wir machen mit Moorings am Schwimmsteg fest. Dann werden Segler zu Landratten und bewältigen den steilen Aufstieg zum Örtchen Spartochorion. Nach ca. 20 Min. stehen wir auf der Dorf-Terrasse, unmittelbar am Hang,
die einen herrlichen Ausblick auf die Inseln Levkada und Skorpios bietet und natürlich auf unsere „Sake“ die im ruhig „Binnensee“ liegt.
Etwas oberhalb gibt es eine Taverne, die zu diesem Fernblick perfekte Cocktails und die weltbesten Waffeln serviert. Verweilen ist hier Pflicht! Von hier kann man schön die Yachten beobachten, die am Spätnachmittag wie auf einer Perlenschnur einlaufen.

9. Tag Porto Spilia / Meganisi – Ormos Desimi / Levkada   7 sm
Sozusagen um die Ecke liegt die schöne Bucht Desimi an der Ostküste von Levkada. Leider ist sie dafür bekannt. Sie ist voll, voll, voll! Alle Plätze sind am Sandstrand belegt. Unser Anker fällt in 12 m Tiefe und hält im Gras. Da wir sehr früh eingelaufen sind hoffen wir auf einen anderen Platz, wo wir Landleinen legen können. Das Warten hat sich gelohnt. Wir liegen jetzt sicher an der Nordseite der Bucht mit Landleinen.
Zeit zum Schwimmen und im Bootmannstuhl zum Masttopp hehievt werden. Mit dem Dinghi paddeln wir zur Taverne und zum Einkaufen.
Danach wird die kleine Grotte an der Ostseite der Bucht erforscht. Sie liegt malerisch unter einer weißen Felswand.10. Tag Ormos Desimi / Levkada – One House Bay / Atokos – Ormos Frikes / Ithaka    29 sm
Anker auf, fluchtartig verlassen wir die Moskito-Bucht. Unter Motor zur One-House-Bay. 38°29’N020°48’E. Hier sammeln sich anscheinend alle Boote des Ionischen Meeres. Es ist so voll um diese Jahreszeit, dass wir kaum einen Blick auf das Haus werfen können. In Kioni gibt es für uns keinen Anlegeplatz mehr.
Weiter zur großen Bucht von Ormos Frikes 38°37,3N020°41,03*E bis wir wieder in der südlichsten, kleinen Bucht von Mavraounas bei dem Kirchlein Agios Nikolaos Landleinen legen und den Anker gut in Gras und Modder einfahren. Leider gab es heute keinen Segelwind. Dafür in der Bucht um so mehr. Bei 32 Kn Wind entlasten wir den Buganker mit einem Hahnepott und bauen den Bimini zurück.

11. Tag Ormos Frikes / Ithaka – Vasiliki / Levkada    20 sm
Zum Sprung ins glasklare Wasser vor dem Frühstück lädt diese einsame Bucht ein. Anker auf, die Ankerwinsch stöhnt, denn wir haben den halben Grund auf der Flunke. Mit Halbwindkurs segeln wir 20 sm von Ithaka nach Levkada. Leider ist durch eine Flotille am Steg vom Mira Mare Restaurant  alles belegt.
Wir bekommen an der Seite des Fischerhafens beim Yacht Cafe Tel. 0030 69 74 45 80 24 statisvasilatos@hotmail.com www.yachtbar.gr den vorletzten Platz. Dann ist der Hafen voll!

12. Tag Vasiliki / Levkada – Ormos Rouda / Levkada    10 sm
In Vasiliki kaufen wir frisches Gemüse und Obst. Es gibt ein sehr gutes Angebot für Lebensmittel. Unser Tagesziel ist die große Bucht von Rouda 38°37,2’N020°42,2’E. Sie liegt ca. 25 km südlich der Hauptstadt. Beim Einlaufen in die Bucht sehen wir etliche tote Fischchen an der Wasseroberfläche treiben. Erster Ankerversuch scheitert an der Wassertiefe, außerdem sind wir zu nah an Land. Anker auf! Dabei ziehen wir einen riesigen Seegrasbusch hoch, den wir mühsam entfernen müssen. Beim 2. Versuch bringen wir an der anderen Seite der Bucht eine Landleine aus. Dabei gefällt uns die Wasserqualität nicht. Ein schmieriger, stinkender Ölfilm hat sich auf dem Wasser angesammelt. Den 3. Versuch starten wir mit Landleinen am einsamen Westufer der Bucht. Der Anker hält hier gut im Morast. Hier ist das Wasser sauber und der kleine Kiesstrand gehört uns alleine zum Strandhütten bauen.
Es wird eine unruhige Nacht, Schwell steht in die Bucht. Der Anker hält gut und wir bewundern in der stockdunklen Nacht den Sternenhimmel.

13. Tag  Ormos Rouda / Levkada – Syvota / Levkada    18 sm
Schwimmen vor dem Frühstück. Doch schon kommen die ersten Tagesgäste in unsere einsame Bucht. Nach einer kurzen Dinghifahrt zur Höhle legen wir ab. Heute ist Lustsegeln angesagt, denn wir haben in Syvota 38°37,2’N020°41,3’E bei Stafros Tel. 0030 2645 031181 reserviert und können den ganzen Tag auf dem Wasser verbringen. Die Pantoon-Crew nimmt die Leinen entgegen. Wir genießen wieder auf der Terrasse von Stafros das leckere Essen und schauen etwas wehmütig auf unsere „Sake“ hinab, denn morgen heißt es Abschied nehmen.

14. Tag  Syvota / Levkada –  Lefkas / Levkada    18sm
Unter Motor fahren wir durch den Kanal zur Marina. Tanken in der Marina, bis der Tank überläuft! Der Mariniero achtet ganz genau, dass Tank und Kanister bis auf den letzten Tropfen gefüllt sind. Ein letztes Abendessen auf unserer „Sake“. Morgen fliegen wir nach einem abwechslungsreichen Segeltörn nach Hause nach Stuttgart.