Sporaden-Chalkidiki-Makedonien 2016 Segeltörn in der griechischen Ägäis (Textversion zum Ausdrucken)

Sporaden-Chalkidiki-Makedonien 2016 Segeltörn in der griechischen Ägäis (Textversion zum Ausdrucken)

Unser Törn führt uns One-way von Skiathos zur Halbinsel Chalkidiki und weiter zum Festland Makedonien.

Skiathos – Skopelos- Alonnisos – Panagia – Chalkidiki Sithonia – Diaporos – Amoulliani – Thasos – Keramuti

Gesammtstrecke
312 sm

Segelzeit
2 Wochen
Freitag 30. September – 15. Oktober 2016

Segelyacht
Sun Odysey 39i Baujahr 2008

Crew
Werner und Ursula

Allgemeines

Zu den schönsten griechischen Inseln gehören die Sporaden. Ihr Name bedeutet „die Verstreuten“. In den nördlichen Sporaden, die zu unserem Segelrevier gehören, gibt es 135 Inseln und Felseneilande mit den Hauptinseln Skyros, Skopelos, Skiathos und Alonnisos. Sie liegen in der nördlichen Ägäis nördlich von Athen. Die südlichen Sporaden erstrecken sich vor der westanatolischen Küste. Bekannt als Dodekanes. Die größten Inseln sind Samos, Ikaria und Fourni im Norden, weiter südlich Kos, Rhodos und Karpathos.

Das Segelrevier der nördlichen Sporaden ist gut erschlossen, jedoch nicht überlaufen. Wind und Welle sind normalerweise familientauglich, außerdem können durch kurze Schläge viele Ankerplätze erreicht werden. Starker Südwind gefährdet fast alle Häfen und Ankerplätze. Diesel gibt’s vom Tankwagen, Wasser ist knapp und Strom oft nur über Stromkarte.

Vorsicht vor Schnellfähren! Durch ein- und auslaufende Fähren entsteht viel Schwell. Darum bei Landgang die Passarella einholen.

Unser Törn führt uns One-way von Skiathos zur Halbinsel Chalkidiki und dann zum Festland nach Kavalla. Die Chalkidiki ragt in drei fingerartigen Landzungen ins ägäische Meer hinein. Kassandra, Sithonia und Athos werden auch „Poseidons Dreizack“ genannt. Hier sind die Schläge oft sehr lang und damit gibt es keinen Unterschlupf bei Schwerwetterlage. Dieses wunderschöne Revier ist für Segler unerschlossen. Man legt bei den Fischern an ohne jegliche Sanitäranlagen, kaum Wasser und Strom. Um diese Jahreszeit ist warmes Schwerwetterzeug notwendig.

Männercrews, welche die autonome Mönchsrepublik besuchen möchte, müssen rechtzeitig in Thessaloniki ein Visum beantragen. Frauen, Jugendlichen und Kindern ist der Zugang verwehrt.

Hilfreich ist die Verwendung des Greek Waters Pilot.

Alle unsere Angaben sind ohne Gewähr.

1. Tag 30.9.2016 Anreisetag Stuttgart – Skiathos
Mit der Bahn von Stuttgart zum Flughafen in München. Landung auf  Skiahos auf dem Miniflughafen mit heftigem Bremsmanöver – das Meer ist nah! Dort werden wir von Herrn Babis vom Babis-Hotel abgeholt. Mit dem Auto steilbergauf, den Rest müssen wir laufen. Wir werden mit einem schönen Terassenzimmer mit hinreißendem Blick aufs Meer für den Fußmarsch belohnt.

2. Tag 1.10.2016 Skiathos – Übernahme der Yacht
Frühstück können wir in unserer kleinen Küche selbst zubereiten und dann, mit Blick auf die Mini-Marina, auf der Sonnenterrasse genießen . Danach suchen wir treppauf treppab das Charterbüro. Wir haben eine Sun Odyssy 39i v0n 2008 über Master Yachting gebucht. Zuständig auf Skiatos ist Athenian Yachts. Wir finden kein Büro, kein Servicepersonal nur eine 39er Yacht, die schon ziemlich ramponiert mit Kratzern und Macken in der Marina liegt.
Freundlich findet dann die Übergabe unseres betagten Mädchens „Alkinoi“ statt. Nach Törninformationen gefragt, stellt sich heraus, dass noch keiner von der Basis je zur Halbinsel Chalkidiki und dann bis Kavalla gesegelt ist. Einkaufen, die Schapps füllen und unser Navi installieren, da es keinen Plotter im Cockpit gibt.

3. Tag 2.10.2016 Skiathos / Marina-Skopelos 25 sm
Ablegen und 5 Stunden unter Motor zur Insel Skopelos. Der Hafen im Hauptort Skopelos liegt im Osten der Insel. Riesige Fähren und alles was schwimmt fährt hier herum. Wir erreichen gen Süden die Insel, passieren nord-östlich die Meerenge von Skopelos und einer kleinen, westlich von Alonnisos gelegenen Insel, und erreichen gen Westen die bewaldete Steilküste. In Skopelos  39°07′17″N 23°43′36″E legen wir im Hafen längs an.
Den Berg hoch, am Kirchlein vorbei zur Talasso Bar. Hier wird ein kühles Bier oder ein leckerer Cocktail zum wundervollen Blick über das Meer serviert. 150 Stufen bergab wird uns in Kyatos‘ Kitchen ein fangfrischer Schwertfisch gegrillt. Sehr freundliche Menschen überall. Leider ist Anfang Oktober deutlich die Nachsaison zu spüren. Kneipen und Läden sind schon für den Winterschlaf geschlossen.
In der Nacht seltsame Geräusche. Also stehe ich auf um nachzusehen, öffne den Niedergang und bin Aug in Aug mit einer Katze. Wer von uns beiden ist mehr erschrocken?

4. Tag 3.10.2016 Marina-Skopelos / Patitiri-Alonnisos 10 sm
Ablegen und unter Motor nach Patitiri auf Alonnisos. Auf unserer Route nach Nord-Osten, entlang der bewaldeten Bilderbuchküste mit ihrem roten Sandstein, ist sie die letzte bewohnte Insel der nördlichen Sporaden. Sie befindet sich im Meeres-Nationalpark der nördlichen Sporaden. Die Bewohner haben sich im südlichen Teil der Insel angesiedelt.
Schon von der Ferne sieht man die, hochoben am Berg angesiedelte, Chora. Bei der Ansteuerung muss auf die Fähren geachtet werden. Der Hafen ist erst in der Nähe zu erkennen. Wir legen im Haupthafen Patitiri 39°08,55’N 023°51,94’E mit Buganker an. Der Anker hält gut im Sand und Seegras. Easy going, denn wir sind die einzige Yacht und haben viel Platz. Nur die hohe Kaimauer erfordert Sprungkraft nach oben. Die Suche nach einer Stromkarte ist mit unserem beschränkten Griechisch schwierig.
Am späten Nachmittag besteigen wir die Old Town, die Chora von Alonnisos. Es ist ein langer, anstrengender Fußmarsch. Oben in der Chora angekommen finden wir sehr hübsche, renovierte Häuser. Sie wurden größtenteils von Ausländern und mit Hilfe von EU-Geldern nach dem großen Erdbeben vom März 1965 wieder aufgebaut. Bei dem Erdbeben mit der Stätke 6,3 wurden 85% der Häuser zerstört.

5. Tag 4.10.2016 Patitiri-Alonnisos / Ormos Planiti-Panagia 20 sm
Wir segeln mit moderatem Wind aus West an Alonnisos entlang, lassen die bewaldete Insel Peristera an steuerbord liegen und gehen in der einsamsten Bucht Griechenlands vor Anker. Ormos Planitis 39°20,84’N 024°04,37’E liegt im Meeres-Naturschutzgebiet im Mönchsrobben-Reservat an der Nordküste von Nisis Panagia. Da sie fast ganz von Land umschlossen ist kann man die 80 m schmale, trichterförmige Einfahrt erst erkennen, wenn man fast davor steht. Bei sehr starkem Wind aus Nord baut sich an der 6 m hohen Barre eine schwere See auf. Umgekehrt kann es genau so schwierig werden, die Bucht wieder zu verlassen. Innerhalb  gibt es zwei Einbuchtungen, die beide, auch bei schwerem Wetter Schutz geben. Der Nordwind und die See sind bisher für die Herbstzeit relativ ruhig. Wir haben genug Zeit und Verpflegung  eine Schwerwetterlage, die  draußen tobt und gegen die Barre schiebt, in der Bucht abzuwarten.  Einsamkeit pur! Keine Telefon- oder Internetverbindung. Wir fühlen uns am Ende der Welt, abgeriegelt vom Geschehen ringsum. Nur durch Funk sind wir mit der Welt verbunden, falls uns einer hört.
Wir schwoien am Anker mit unserer Alkinoi in unserer blauen „Riesenbadewanne“ mit Blick auf einen verlassenen Ziegenstall und kahle Berge. Es ist fast schon eine unheimliche Ruhe. Die Nacht ist rabenschwarz. Zur Sicherheit leuchten wir mit unserer Maglite das Ufer ab. Dabei entdecken wir springende, ca. 40 cm lange, silbrige, hornhechtartige Fische, die zu tausenden um unser Schiff schwimmen. Sie strahlen etwas Unheimliches aus.
Kurze Zeit spannt sich ein sagenhaftes, glitzerndes Sternenzelt über die Bucht. Noch ist alles sehr friedlich, doch wir erwarten eine Wetterverschlechterung für morgen. Der Wind pfeift aus Nord! jetzt schon ordentlich in den Wanten. Ankerwache ist angesagt.

6. Tag 5.10.2016 Ormos Planitis-Panagia / Liman Kouphu-Sithonia, der mittlere Finger von Chalkidiki 50 sm
Early-Bird-Ableger um 7 Uhr bei erstem Dämmerlicht.
Wir verlassen das einsame Niemandsland unter Motor und segeln Kompasskurs Nord mit Amwindkurs bei 1-1,5 m Welle solange bis der nachlassende Wind Motorunterstützung verlangt. Doch der Wind ist noch nicht fertig mit uns. Auf der offenen Ägäis hat sich eine beachtliche Welle aufgebaut.
Wir segeln mit 6 Knoten Fahrt bei 4 Bft Wind Böen 5 . Das bedeutet 7-8 Stunden Tanz auf der Welle, der unserer Yacht und meinem Magen kräftig zusetzt. Brav pflügt unsere Alkinoi durch zum Teil gewaltige Wellenberge, die von spitzen, sich kräuselnden Wellen begleitet werden. Die schiere Freude am Segeln, wenn wir eine Welle absurfen können. Kein Schiff ist weit und breit zu sehen. Wir fühlen uns klein und verwundbar in unserer 39 Fuß-Nußschale. Plötzlich schlägt der Wind um, die Welle behält aber ihre Richtung. Strange! Land in Sicht. Traumsegeln und Schinderei liegen heute dicht beieinander. Wir steuern die Einfahrt des Naturhafens Porto Kouphu 39°57,50’N 023°54,84’E an. Schwierige Ansteuerung, da wir erst im letzten Moment vor der Einfahrt das rote Kliff, westlich, und einen kleinen Steuerbordleuchtturm erkennen können (Suchbild). Bei ablandigem Wind ist mit starken Fallböen zu rechnen. Der Naturhafen ist wunderschön gelegen. Weit und breit kein Hafenmeister. Darum legen wir längs am Steg an. Wieder weder Wasser noch Strom. Überfüllte Marinas oder Hafenkino gibt es hier nicht, wir sind allein. Ein Spaziergang an der „Strandpromenade“ führt uns zum einzigen Supermarkt. Geschlossen – Winterschlaf. In der nahegelegenen Taverne können wir unser Tablet laden. Wir brauchen Wetterinfos. Leider sind die Vorhersagen oft falsch, da es in dieser Gegend kaum Wetterstationen für die Meteorologen gibt. Dazu kommen Kap- und Düseneffekte. Abends kommt ein Mann an unsere Yacht und will uns mit dem Satz „Fisherman coming“ verjagen. Wir konnten keinen Hinweis erkennen, sonst hätten wir da nicht angelegt. Gestenreich zeigt er auf ein weitab liegendes Schildchen, auf dem in griechischer Sprache der Hinweis steht. Klar, dass wir das nicht verstehen können. Da musste er dann selbst lachen. Wir haben wenig Lust in der Nacht das Boot zu verlegen. Also verholen wir es, damit das Fischerboot Platz zum Anlegen hat.
Stunden später baut sich eine immense, weiße Wand achtern auf! Fisherman coming. Ein riesiger Trawler schiebt sich in die Lücke. Sofort verholen wir unsere Yacht soweit es die Wassertiefe zulässt.

7. Tag 6.10.2016 Liman Kouphu-Sithonia / Porto Carras-Sithonia / Neos Marmara-Sithonia 12 sm
Heute ist Easy-Peasy-Day. Nach gemütlichem Frühstück motoren wir in die ultramoderne Marina von Porto Carras 40°4’36“N 23°47’35“E. Die Ansteuerung ist einfach, da man sich an den weißen Hotelkomplexen orientieren kann. Wir brauchen dringend Diesel und Wasser für unseren nächsten großen Schlag. Außerdem ist Porto Carras für seine guten Rot- und Weißweine bekannt. Wir legen an der Tankstelle an – geschlossen. Die ganze Marina samt Hotelanlage ist verlassen. Weiter nach Neos Marmaras 40°6’N 23°47’E.

Der eigentlich 30 m lange schwimmende Wellenbrecher schwimmt in Stücken im Wasser. Der Captain legt an einem der beiden Stege an und der Kampf mit dem Wind, der Mooringleine für Dampfer, die so dick ist, dass sie kaum auf die Klampe passt, und den Festmacherleinen beginnt. Nach einer Stunde liegt die Yacht sicher. No help beim Anlegen. Kein Mensch ist am Pier. Wir wollten auf garkeinen Fall ankern, da wohl sehr viel Schrott auf dem Grund liegt. Schnell werden sämtliche Geräte an den Strom angeschlossen. Erst dann gibt’s den Ankerschluck und eine kleine Mahlzeit. Hier soll es Diesel vom Tankwagen geben. Schließlich hilft uns ein Taxifahrer, der ein bisschen Englisch spricht, bei der Bestellung eines Tankwagens, denn wir haben den Eindruck, dass unsere Alkinoi ein durstiges Mädchen ist. Spannend, spannend, ob das wohl alles klappt, denn hier ist auch season-end, viele Geschäfte und Tavernen sind geschlossen.

8. Tag 7.10.2016 Neos Marmaras-Sithonia / Pirgadhikia-Festland 52 sm
Tatsächlich kommt der Tankwagen und während der Captain Diesel bunkert finde ich auf der Suche nach einem Bäcker auch den Wein von Potro Carras. Altinoi schluckt nur 39 l, wir haben mit 60 l gerechnet. Gut für die Bordkasse, peinlich gegenüber dem Tankwagenfahrer. Doch mit 10 € bringen wir ihn doch zum Strahlen. Dank vollem Tank düsen wir fockunterstützt mit 7 Knoten Fahrt nach Pirgadhikia. Unterwegs begleiten uns 5 Hubschrauber und eine Gullet vor dem Berg Athos. Was ist hier los? Wir sind es gewohnt alleine auf dem Meer zu sein. Eine Delphinschule begleitet uns. Mit ca 8 kn schießen sie unter der Yacht hindurch. Immer wieder schön, diese anmutigen schnellen Tiere zu beobachten. Pirgadhikia liegt auf dem Festland am Scheitel des Singitischen Golfs mit Blick auf die Chalkidiki Halbinseln Sithonia und Athos. An der Ostseite der Bucht gibt es einen Ponton, der nur noch in Stücken vorhanden ist. Ein Angler hilft uns beim Längsanlegen. Dann beginnt der Landregen. Gut, dass wir dafür ausgerüstet sind.
Abenteuerlicher Weg am Abend zur Taverne. Da der Schwimmsteg zerbrochen ist müssen wir unsere Passarella mitnehmen um die 1-1,5 m langen Lücken überbrücken zu können. In der einzigen Taverne nimmt man nicht viel Notiz von uns. Die Speisekarte ist extrem übersichtlich. Trotzdem überrascht uns der Koch mit einem leckeren Essen. In totaler Finsternis arbeiten wir uns im Schein unserer Taschenlampe und der glücklicherweise extralangen Passarella zurück zur Yacht.

9. Tag 8.10.2016 Pirgadhikia-Festland / Ormos Mesopangia Nord-Nisis Diaporos 14 sm
Wir legen um 10 Uhr ab und segeln in den Nordteil der kleine Bucht Mesopangia der Insel Diaporos. Bei der Ansteuerung ist auf Riffe im Wasser zu achten. Genüsslicher Nachmittag mit Anker im türkisblauen Meer, mit den Köstlichkeiten der Bordküche. Ein schönes Wochenende, an dem auch die Griechen ihre Bötchen spazierenfahren.

10. Tag 9.10.2016 Ormos Mesopangia Nord-Nisis Diaporos 14 sm /Amoulliani Stadthafen-Nisos Amoulliani 15 sm
9:45 Anker lichten und durch die schmale Öffnung der Bucht tuckern. Raumschots bei 4-5 Bft Wind bei kabbeliger See zum Nord-Osten der Insel. Im Stadthafen Amoulliani 40°20’N 23°55’E legen wir sauber mit Buganker an. Im Laufe des Nachmittags zwängt uns ein großes Ausflugsboot, das morgen zum Berg Athos fährt ein. Hoffentlich können wir morgen ohne eine Leine zu fangen in der ersten Dämmerung, vor unserem langen Schlag um den heiligen Berg Athos, gut ablegen.In der Hafentaverne werden wir sehr freundschaftlich empfangen und bekommen zum Abschied ein Mönchsbrot geschenkt.

11. Tag 10.10.2016 Amoulliani Stadthafen-Nisos Amoulliani / Alyki-Thasos 62 sm
6:15 es ist stockdunkel. Eine große Aufgabe wartet auf uns: wir müssen unsere Alkinoi, an Steuerbord  eingequetscht von einem Ausflugsdampfer, dessen Captain sich um seine Fenster sorgt und deshalb ein klitzekleines Fenderle angebracht hat, und an Backbord liegt ein Fischerboot, das heute Nacht seine Mooringleine vor unseren Bug gelegt hat, aus der Lücke bringen. Dazu müssen wir unseren Anker, der schräg zum Dampfer liegt lichten. Wir schleichen uns aus der Lücke und motoren zum dritten Finger der Chalkidiki, zu den Athosklöstern. Delphine begrüßen uns zur aufgehenden Sonne.
Majestätisch liegt der 2033 m hohe, heilige Berg Athos vor uns.
Die autonome Mönchsrepublik besteht aus unglaublich großen Klosteranlagen, die auf  den Klippen liegen und unzähligen Einsiedeleien, die in schwindelerregenden Höhen am Berg kleben .
Wir halten respektvoll den 5oo m gewünschten Abstand und staunen über die Vielzahl der Eremitagen und Klausen, die überall am Berg verstreut sind und bewundern den Mut der ca. 2000 Mönche und Einsiedler, die sich hier niedergelassen haben. An der Südspitze noch unter Motor. Am Kap gibt es Verwirbelungen und Fallböen, die mächtig ins Segel blasen.
Mit Am-Wind-Kurs flitzen wir durch die Wellen, bis kurz vor Thasos der Wind nachlässt. Bei der Ansteuerung muss auf kleine Felsen, auch unter Wasser, geachtet werden. Wir erreichen um 17 Uhr die Ankerbucht Alyki 40°36’17“N 024°44’30“E im Süd-Osten der Insel. Endlich rasselt der Buganker. Er hält gut im Sand- und Seegrasgrund. In der Bucht sehen wir die Folgen des großen Waldbrandes vor 14 Tagen. Ankerschluck, niemand weit und breit, bis ein Holländer sich direkt neben uns legt. Aus der Kombüse duftet ein Knoblauch-Tomatensößchen für Penne mit Parmesan. Dazu den leckeren Chateauwein von Porto Carras. Ein Cabernet Sauvignon aus der aufstrebenden Bio-Kellerei. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wir sind happy, dass der lange Schlag so reibungslos gelungen ist und werden bis zur Ankerwache sanft in der Schlaf gewiegt.

12. Tag 11.10.2016 Alyki-Thasos / Stadthafen Thasos 20 sm
Nach dem Frühstück der übliche Wettercheck. Hier unter verschärften Bedingungen. Da es keine stehende Telefonverbindung gibt haben wir auch keine Wetterdaten. Wir sind so gesehen schon am Ende der Welt. Es stellt sich dann doch noch heraus, dass es in der Nacht kräftige umlaufende Winde geben wird. Somit ist unsere Ankerbucht nicht sicher. Schnell ist der Entschluss gefasst im Stadthafen in Thasos einzulaufen. Da es nur Welle, aber keinen Wind gibt laufen wir unter Motor entlang der abwechslungsreichen Küste. In riesigen Steinbrüchen wird hier Marmor abgebaut. Unterwegs müssen wir vielen Fischerbojen ausweichen, die schlecht gekennzeichnet sind. Wahrscheinlich werden in den Reusen Crevetten gefangen, die hier von besonders guter Qualität sein sollen.
Im Stadthafen legen wir längs an Backbord an. Die Pier ist mehrere hundert Meter lang hat jedoch nur eine Wasserstelle. Das ist unser Platz! Heute ist ein riesiges Kriegsschiff unser Nachbar. Ansonsten sind wir mal wieder auf uns selbst gestellt. Niemand nimmt Notiz von uns oder gar die Festmacherseile an. Wir könnten 100 Flüchtlinge an Bord haben. Kurz nachdem wir angelegt haben bricht ein Gewitter los. Wie könnte es anders sein, ein Mann mit Schirm verjagt uns, weil am nächsten Morgen eine große Fähre kommen wird. Schnell am einzigen Schlauch Wasser gebunkert und das Schiff verholt. Dann kommt eine Schnellfähre (Zigarre) und wir müssen die Alkinoi nochmals um 10 m verholen. Jetzt ist alles so, wie der Grieche will und wir können in der Taverne Tavernaki vorzügliche Crevetten und die beste Moussaka aller Zeiten essen.

13. Tag 12.10.2016 Stadthafen Thasos / Inselrundfahrt mit dem Auto
Mit unserem kleinen roten Panda fahren wir über Primos zum kleinen Hafen von Skala Kollirachis nach Skala Marion. Dort zweigen wir ab zum Kloster Panagias und fahren nach der Besichtigung entlang an uralten, knorrigen Olivenbäumen nach Maries. Endstation: wir dürfen nur auf geteerten Straßen mit dem Mietauto fahren. In Maries kann man nur zu Fuß zum See gelangen. Wir laufen nicht, wir fahren entweder Schiff oder Auto. Einer Bäurin kaufen wir Honig ab. Sie freut sich sehr, denn hierher verirren sich nicht viele. Wieder zurück zur Abzweigung nach Castro. Kontrastprogramm: eine ausgebaute Straße mit Verkehrsschildern, Leitplanke und Mittelstrich führt zu dem kleinen Nest Castro. Europa lässt grüßen! Castro ist ein von den Bewohnern verlassener Ort. Die verfallenen Häuser wurden von Griechen und Ausländern nun zu Feriendomizilen ausgebaut. Auf der Anhöhe befindet sich eine kleine Kirche und ein Beinhaus. Der Kneipenbesitzer Kostas hat den Schlüssel zu der angrenzenden unglaublich schönen Kirche.Ein Juwel in dieser verlassenen Gegend. Wir fahren weiter zum Hafen von Limenari. Dort wird der Wellenbrecher mit riesigen Felsbrocken, zum Teil aus Marmor, mit Baggern befestigt. Deshalb wird morgen dieser Hafen nicht von uns angelaufen.
Auf der Küstenstraße geht’s weiter zum Nonnenkloster Panagia Archagelos. Schöne Anlage, die wir schon beim Vorbeisegeln bewundert haben. Im Kloster muss ich bei der Besichtigung einen langen Rock über die Hose ziehen. Das Waffenarsenal ist beachtlich. Im Klostershop kann man Häkelschmuck kaufen, den die Nonnen herstellen. Weiter über unsere Alyki-Bucht zum Golden Beach der Ostküste entlang. Wir sind zur falschen Jahreszeit hier um den Strand zu genießen. Hier ist alles schon für den Winterschlaf eingemottet. Zurück zur Yacht, es regnet in Strömen.

14.Tag 13.10.2016 Stadthafen Thasos / Kallirakhis-Thasos 15 sm
Teils unter Motor, teils raumschots erreichen wir den kleinen Hafen von Kallirakhis40°42’N 024°33’E. an der Westküste der Insel Thasos. Die Einfahrt ist gut mit rotem und grünem Licht gekennzeichnet. Wir legen längs zwischen ankommenden Fischerbooten an, die Fangkörbe aus- und einladen. Spaziergang durch den kleinen verschlafenen Ort. Wir liegen direkt hinter dem Wellenbrecher, der zumTeil aus Marmorblöcken besteht. Zum Sonnenuntergang besteigen wir ihn und genießen den Blick über das Meer mit einem kühlen Glas Weißwein.

15.Tag 14.10.2016 Kallirakhis – Thasos / (Kavalla) Keramuti – Festland 17 sm
Last Day! Motoren bis der Wind kommt. Hart am Wind segeln wir nach Nord-Ost mit Wind aus Ost 4 Bft Böen 5 durch Fischerbojen hindurch nicht nach Kavalla sondern nach Keramuti. Unser Törnvertrag lautete One-Way Skiathos – Kavalla. Glücklicherweise hat der Captain beim Richten der Papiere für die Übergabe entdeckt, dass Alkinoi den Heimathafen Keramuti und nicht Kavalla hat. Ein Telefonat schafft Klarheit: Fehler im Törnvertrag. Kavalla liegt 42 km entfernt von der Basis Keramuti. Freundliche Übergabe unserer Alkinoi. Sie wird sofort wintersturmfest vertäut. Auch in Keramuti kann man die verschiedenen, oft futuristischanmutenden Fährentypen studieren.

16.Tag  15.10.2016 Keramuti / Kavalla
An unserem letzten Urlaubstag besuchen wir mit dem Bus den Markt in Xanthi und verabschieden uns vor unserem Heimflug mit dem Blick von der Burg in Kavallar  von diesem interessanten Segelrevier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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